Donnerstag, 10. Mai 2012

Armes kleines Obst

Es war einmal ein Mädchen, das hatte einen Vater und eine ältere Schwester, die sich nicht gut verstanden, weil die ältere Schwester eigensinnig war und sagte, was sie dachte. Das Mädchen wollte sich aber gut mit ihrem Vater verstehen, also tat sie alles, um ihm zu gefallen. Und gleichzeitig wollte sie sich mit ihrer älteren Schwester verstehen, also tat sie alles, um ihr auch zu gefallen.
Und als sie älter wurde, verschwanden Vater und Schwester irgendwann und das Mädchen hätte lernen können, sich selber zu gefallen. Aber das tat sie nicht, weil sie ja auch noch eine Mutter hatte, der sie gefallen konnte und musste, also tat sie, was sie konnte, um zu gefallen.

Ich glaube, dieses Mädchen hat bis heute nicht gelernt, dass sie vor allem sich selbst gefallen muss. Bei anderen Menschen ist es immer möglich, dass sie dich aus deinem Leben verschwinden.

Aber mit dir selbst musst du ewig leben.
Und wie willst du das tun, wenn du dich nie darum gekümmert hast, das zu tun, was dir selbst gefällt?

Armes Mädchen.

Was ich wirklich traurig finde, ist, dass du großartig sein könntest, wenn du aufhören würdest, dir Gedanken darum zu machen, ob du allen anderen gefällst.
Mehr als nur großartig, du könntest unglaublich sein.
Und unglaublich glücklich.

Und ich finde es traurig, dass unsere Freundschaft zerbrochen ist, weil ich nun tue, was mir gefällt.
Weil ich jetzt ich bin, einfach nur ich, und mich nicht mehr irgendwem zu liebe einschränken muss.
Aber mit dieser Ausgabe von mir kannst du nicht leben.

Ich steh nicht mehr zwischen den Stühlen.

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